| Lesenswerte Festschrift zum 100-Jährigen der Baptisten |
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| Geschrieben von: Timo Ströhlein | ||||
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Von Philipp Stark
und Pastor Joost Reinke von der evangelisch-freikirchlichen-Gemeinde an der Manteuffelstraße platzierten eine der Festschriften zum 100-jährigen Jubiläum der Gemeinde an ihrem zukünftigen Standort in der Bücherei im Kulturzentrum. SN-Foto: Stark Selten war eine Festschrift zum 100-Jährigen derart umfassend und informativ wie das über 100-seitige Werk der Baptistengemeinde Herne, das allein schon wegen eines chronologischen Abrisses der Herner Zeitgeschichte überaus lesenswert ist. Als
im Jahre 1857 die Zeche Shamrock mit dem ersten Schacht auf dem Hof des
Bauern Sengenhoff entstand, kamen die ersten Baptisten aus Ostpreußen
ins Ruhrgebiet. Am 1. April 1897 erhielt Herne die Stadtrechte, von den
über 20.000 Einwohnern waren allerdings kaum 50 Personen Baptisten.
Dennoch wurde am 1. November 1905 die Gemeinde in Herne gegründet, die
drei Jahre später in die neue Kirche auf der Schlachthausstraße
einziehen konnte. Das Herner Rathaus wurde erst im Jahr 1912, der
Rhein-Herne-Kanal 1914 fertig. 1933 protestierte Pfarrer Ludwig Steil gegen den Missbrauch des Evangeliums durch die Nazis, später musste er dafür teuer bezahlen und starb gegen Kriegsende in Dachau. Noch während des Krieges, im Jahre 1941, erhielt die Gemeinde ihren heutigen Namen: evangelisch-freikirchliche-Gemeinde Herne. Die Kirche nahm während der Kriegswirren erheblichen Schaden durch eine Luftmine. Am 10.April 1945 marschierten die Amerikaner in Herne ein, wenig später war das Gotteshaus der Baptisten mit einfachen Mitteln wieder hergerichtet. Hernes Innenstadt genoss in diesen Zeiten einen goldenen Ruf, da die City kaum beschädigt war. 1952 bekamen Pastor und Gemeindeschwester ein Dienstfahrrad, 1954 erhielt der Pastor sogar einen VW Käfer zum damals stolzen Preis von 3.500 Mark. Beim 50-jährigen Gemeindejubiläum im Jahr 1995 blickten die Oberen stolz zurück auf 925 Taufen und zählten 480 „Schäfchen“ in ihrer Gemeinde. Während 1959 der SC Westfalia mit Hans Tilkowski im Tor westdeutscher Fußballmeister wurde, verabschiedete sich Prediger Paul Götze von der Gemeinde. Mitte der 60er Jahre verschwand das „Schwalbennest“ im Zuge ausgiebiger Renovierungsarbeiten. Die wilden 70er Jahre bescherten Herne eine echte Fußgängerzone auf der Bahnhofstraße, Rudi Cerne wurde zum ersten Mal Deutscher Meister im Eiskunstlaufen und die Baptisten in Herne feierten das 70-jährige Bestehen ihrer Glaubensgemeinschaft. Ein Höhepunkt in den 80er war der Bekenntnismarsch der Gemeinde durch die Wanner City 1981. Anfang der 90er kam eine neue Orgel für 35.000 Mark in die Kirche, das neue Jahrtausend brachte den „Freikirchlern“ schließlich ein neues Gemeindezentrum an der Manteuffelstraße, einen neue Pastor und eine renovierte Kirche. All das und noch viel mehr Interessantes, wie zum Beispiel über die Jugend- und Chorarbeit der Gemeinde, ist in der Festschrift verewigt. Auf den Weg gebracht wurde dieses einmalige Werk von Pastor Joost Reinke, der selbst erst vor wenigen Monaten als neuer Pastor aus Hückeswagen nach Herne kam. Die historischen Fotos und die unzähligen Hintergrundinfos zur Zeitgeschichte stammen vom langjährigen Gemeindeleiter Helmut Sczepan, der in einem ausführlichen Interview viel über seine Erfahrungen mit den Herner Baptisten preisgibt. Den redaktionellen Part übernahm mit dem Gemeindemitglied Horst Martens ein absoluter Profi, der sein täglich Brot im Presseamt der Stadt Herne verdient. Die Festschrift gibt es in einer 600er Auflage und damit auch wirklich jeder Interessierte darin blättern kann, stehen vier Exemplare in den Stadtbüchereien im KuZ, in Wanne, in Eickel sowie in der Sodinger Nebenstelle der Bücherei. Quelle: Herner Feuilleton, vom 9. Dezember 2005
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