Aufbruch aus der Schrebergarten-Idylle PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Timo Ströhlein   

Gerhard Ullner mit seiner Frau
Gerhard Ullner mit seiner Frau


Gerhard Ullner, Hertener Pastor im Ruhestand (auf dem Foto mit Frau Adelheid), diente uns während unserer hirtenlosen Zeit oft mit dem Wort Gottes. Aus seiner letzten Predigt vor dem Antritt Joost Reinkes zitieren wir einige denkwürdige Passagen.


6.03.2005 / Thema: Mut zum Aufbruch
Text: Hebräer 11,8-10

„Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen wohin er kommen würde."

Glaube heißt: Abschied nehmen! Aufbruch aus Bisherigem, aus Vertrautem, aus alten langjährigen Beziehungen und Bindungen. Als Jesus Christus dich gerufen hat, hat er dich von einem Punkt, an dem du zu jener Zeit gestanden hast, weggerufen, hin zu einem anderen, an dem er dich haben wollte! Jesus hat dich aus einem Geflecht von Beziehungen, einem System von Verhaltensweisen, Denkgewohnheiten und Praktiken herausgerufen.
Wer Christ wird, muss an bestimmten Punkten Abschied nehmen. Gewöhnlich ist es so: Wenn wir Christ werden, büßen wir bestimmte Freundschaften ein. Jesus selbst geht mit uns durch unser Leben und zeigt uns die Dinge, die aus seiner Sicht falsch sind. Und bevor Jesus das nicht tut, können wir nicht unterscheiden zwischen richtig und falsch.
Er allein hat das Recht, zu sagen: „Das lässt Du!“ Er allein!
Was ich sagen will: Es ist fatal, wenn Christen sich einmischen in die Geschichte, die ihr Mitchrist mit Jesus hat, den „lieben Gott“ spielen und ganz genau wissen, was der ändern sollte. Am Ende steht ein Christentum, das aus Verbotsschildern besteht, einer ängstlichen Haltung, bloß keine Fehler zu machen.
Wir sind eingeladen aufzubrechen aus unsrer Schrebergartenidylle. Wir wissen nicht, was uns begegnet, aber wir wissen, wer uns auf unserem Lebensweg begegnet. Ihr steht als Gemeinde vor einem neuen Anfang. Ihr habt einen jungen Pastor berufen, habt die Berufung als Führung aus Gottes Hand genommen. Euer Neubau ist so gut wie fertig. Die Kirche wird demnächst fertig. Jetzt kommt es darauf an, dass keine Schrebergartenmentalität aufkommt. Nach dem äußeren wird der innere Aufbruch erfolgen. Der äußeren Modernisierung muss die innere folgen. Das gilt für Formen, Sprache, Ideen. Es gilt die alte Botschaft zu übersetzen und den Menschen unserer Tage vorzuleben und zu interpretieren.
Dazu wünsche ich euch viel Gnade und Mut! Ihr habt etwas vor euch: Ihr seid Gemeinde, in der viele die Sehnsucht haben, die Qualität von Glaube zu leben, die Qualität von Gotteserfahrung, die die ersten Christen kannten. Unter euch lebt die Sehnsucht mehr von dem zu erleben, was die neutestamentliche Gemeinde erlebt hat. Darum glaube ich ihr seid unterwegs, zu einer neuen Dynamik, zu dieser Kraft, und Fülle die die erste Gemeinde hatte.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 19. August 2006 um 15:21 Uhr