Von der Nordsee bis zu den Alpen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: WAZ   

Am Rande der Manteuffelstraße vor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Baukau steht ein großer Wagen vom WDR-Hörfunk. Die Christuskirche ist hell erleuchtet, die Lampen im Innern des großen Kreuzes auf der vorderen Fassade strahlen auf die Wand. Zwei große Lautsprecher sind aufgestellt. Etwa 60 Menschen haben sich in der Mitte des Gotteshauses versammelt, um die Generalprobe für den Gottesdienst am Sonntag mitzuerleben, der von den Radiostationen WDR 5, SWR und NDR übertragen wurde. Damit erreichte er rund 300 000 Hörer in weiten Teilen des Bundesgebietes, von der Nordsee bis zur schweizerischen Grenze. "Ein solches Ereignis ist wie ein Sechser im Lotto", freute sich Pastor Joost Reinke, "denn die Freikirchen bekommen nur einen Gottesdienst pro Jahr".

Die Idee dazu sei ihm vor zwölf 12 Monaten gekommen, als ihn ein Kollege, der für Medienarbeit in Nordrhein-Westfalen zuständig ist, darauf ansprach. Rund ein halbes Jahr vor der Übertragung des Gottesdienstes treffe man sich mit den entsprechenden Gemeinden. "Aus einer anfänglichen Idee wird dann ein Drehbuch gestrickt", berichtete Kerstin Hanke, evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR. Es bestehe ein enger Kontakt. Rund einen Monat vorher gebe es dann fast täglich telefonischen Austausch. "Ihr wart großartig", kommentierte die Journalistin am Ende der einstündigen Probe, die im Großen und Ganzen fehlerlos verlaufen war. "Und jetzt geht es an den Feinschliff." Drei Minuten mussten noch gekürzt werden. Eine Uhr zeigte sekundengenau den zeitlichen Verlauf an. Auch Joost Reinke musste ein Drehbuch erstellen. Alles ist genau verzeichnet, nichts wird dem Zufall überlassen. Die Vorbereitungen sind im Wesentlichen von einem Dreier-Team bewerkstelligt worden, fünf weitere Personen sind hinzugekommen. "Wie wird der Himmel sein?", fragte Joost Reinke. "Es wird nichts Boshaftes mehr geben. Kein Weinen, keine Tränen. Ein friedliches Zusammenleben aller Geschöpfe!"

Zwischen den einzelnen Wortbeiträgen sang die Gemeinde verschiedene Lieder mit Klavierbegleitung. Die Texte wurden auf einer großen Leinwand für jedermann ersichtlich angezeigt. Zudem spielte Musikstudent Alexander Sesnar in konzertreifer Manier Fugen und Präludien von Johann Sebastian Bach.

Nach dem Gottesdienst am Sonntag waren zwei Telefone geschaltet. Hörer konnten sich zu Wort melden. "Wir hoffen, dass Herne dadurch einen positiven Klang bekommt", sagte Pastor Joost Reinke. Gottesdienstprobe an der Manteuffelstraße: Pastor Joost Reinke und die Stoppuhr Foto: Lutz Leitmann/pi