Der syrisch-ägyptische Gesprächskreis. © Martens

Ein Bibelabend mit Syrern und Ägyptern

Der syrisch-ägyptische Gesprächskreis. © Martens

Jeden Freitag abend treffen sich seit einiger Zeit in unserer Kirche Frauen und Männer, die aus Syrien und Ägypten geflüchtet sind. Der erste Kontakt kam über den Winterspielplatz zustande.

Verletzlich sind sie alle …

Als Susanna und ich das Treffen zum ersten Mal besuchten, erwarteten wir einen Kreis von sechs bis acht Menschen. Umso überraschter waren wir, als wir etwa 25 Personen antrafen. Erstaunt waren wir auch über den Altersdurchschnitt. Es handelte sich vorwiegend um junge Leute, viele von ihnen Eltern, deren Kinder zur gleichen Zeit von Helene Zeeb eine Etage höher betreut wurden. Auch einige Jugendliche gehören diesem Personenkreis an – sie besuchen entsprechend die Jugendstunde am Sonntag. Die meisten von ihnen sind Christen, die auch wegen ihrer Religionszugehörigkeit in ihrem Heimatland verfolgt wurden. Aber auch Menschen anderer Religionen – zum Beispiel Moslems – sind dabei, weshalb alle miteinander vorsichtig umgehen, um den Nächsten nicht mit missverständlichen Aussagen zu verletzen. Und verletzlich sind sie alle, weil sie alle eine bewegte Geschichte hinter sich haben.

Jeden Freitag, 19 Uhr, Christuskirche, Westring

Filmserie über biblische Wahrheiten für Araber und Deutsche

  • Syrisch-ägyptisches Treffen in unserer Kirche. © Martens
Unser Pastor Alexander Zeeb leitet den Kreis, musikalisch wird er von Eddi Cetra unterstützt. Sie singen gemeinsam, beten, lesen aus der Bibel und Alexander hält eine kurze Ansprache. Der Pastor hat eine Filmserie in arabischer Sprache besorgt, die den christlichen Glauben tiefgehend erklärt. Die Filme sind mit deutschen Untertiteln versehen, so dass auch Deutschsprachige sie verfolgen können. Spannend war für mich, wie das Entstehen der Bibel erklärt wurde – an die Adresse von Zuschauern, die vielleicht nicht mit Gottes Wort aufgewachsen sind. Aus dem Gästekreis richtete eine junge Dame dann auch gleich eine interessante Frage an Alexander: Warum unter den Bibel-Autoren keine Frauen seien. Wir konnten antworten, dass im Alten Testament mindestens zwei Bücher Frauen gewidmet sind: Ruth und Esther.

Gesucht sind: Kontakte mit Deutschen

Danach entstand eine harmonische Gesprächsatmosphäre. Die Besucher sind alle stark an Kontakten zu Deutschen interessiert. Obwohl manche erst wenige Monate hier sind, sprechen sie unsere Sprache schon erstaunlich gut. Wir haben diesen Abend als enorme Bereicherung empfunden. Vielleicht merken Sie sich den Freitag, 19 Uhr, und erleben mal mit, was ein multikultureller Bibelabend ist.

Horst Martens

 

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