Beim Fusionsgottesdienst in der Christuskirche am Westring besiegelten die Gemeinden die Einheit. ©Horst Martens

Feierlicher und harmonischer Fusionsgottesdienst

Beim Fusionsgottesdienst in der Christuskirche am Westring besiegelten die Gemeinden die Einheit. ©Horst Martens

Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden Herne und Wanne-Eickel (Baptisten) machten am Sonntag, 2. Dezember, in einem sehr gut besuchten und erhebenden Fusionsgottesdienst in der Herner Christuskirche ihren Zusammenschluss perfekt.

Siehe auch Beitrag im Stadtmagazin inherne online!

Pastor Alexander Zeeb aus Herne und Gemeindeleiter Andreas Schwalm aus Wanne-Eickel setzten in einem feierlichen Akt ihre Unterschrift unter ein Dokument, das die Einheit besiegelt. Die dadurch gebildete Einheitsgemeinde wird ihren Schwerpunkt in Herne haben. Das Kirchengebäude an der Hauptstraße bleibt weiterhin im Besitz der Gemeinde, weil dort auch noch Mieter wohnen.

  • Gemeindeleiter Andreas Schwalm hält das unterschriebene Fusionsdokument hoch. Links neben ihn Pastor Heddo Knieper, rechts Pastor Alexander Zeeb. ©Horst Martens
Offene Ohren und Herzen

In der Veranstaltung unter dem Motto „Pflügt ein Neues – Mut zur Zukunft“ betonten alle Redner den „langen, etwa eineinhalb Jahre dauernden Prozess“, der letztlich zu diesem Schritt der Einheit geführt habe. „Mitgliederrückgang“ nennt Gemeindeleiter Schwalm als ausschlagenden Grund für die Entscheidung, die Gemeinde aufzulösen. Pastor Heddo Knieper konnte nicht länger beschäftigt werden. „Da Herne unsere Schwestergemeinde ist, wir viele Kontakte dahin hatten, entschlossen wir uns, in Herne anzufragen. Wir stießen auf offene Ohren und Herzen.“ (Begründung siehe hier) Knieper wurde heute in einem bewegenden Moment verabschiedet. Der scheidende Geistliche schenkte der neuen Gemeinde als Erinnerung an ihn eine prächtig ausgestattete Altarbibel.

Wanne-Eickel ist für Herne Verstärkung

Pastor Alexander Zeeb bewertet den Zusammenschluss nur positiv: „Fusion mit der Gemeinde Wanne-Eickel bedeutet für uns, dass wir Ergänzung und Verstärkung erfahren.“ (Begründung siehe hier) Auch eine finanzielle Verstärkung, denn zu den rund 150 Mitgliedern in Herne kommen etwa 50 Frauen und Männer aus Wanne-Eickel. Da die Erwachsenentaufe ein wichtiges Prinzip ist, werden nur die getauften Mitglieder gezählt – und nicht etwa die jüngeren Leute und solche, die den Schritt der Taufe noch nicht vollzogen haben. Beide Gemeinden wurden vor 113 Jahren gegründet – und zwar von Bergleuten, die in den boomenden Ruhrpott gekommen waren.

Predigerpult als Monstranz

Obwohl Symbole eine eher untergeordnete Rolle bei den Baptisten spielen, wollte man nicht ganz darauf verzichten. Zu Beginn des Gottesdienstes wurde das Predigerpult aus Wanne-Eickel wie eine Monstranz in den Gottesdienstsaal getragen.

Bürgermeister Leichner: „eine sensible Aufgabe“

Bürgermeister Erich Leichner, der sich zuletzt bei einem Grundstückerwerb für die Gemeinde stark gemacht hatte, schilderte seine eigenen kirchlichen Erfahrungen und meinte: „Die Art des Gottesdienstes ist mir nicht fremd.“ Dann betonte er: „Eine neue gemeinsame Gemeinde zu schaffen, ist schon eine besondere Herausforderung und eine schwierige sensible Aufgabe.“ Schließlich sprach er ein Lob aus: „Ihre Stärke beruht auf ihrer multikulturellen Zusammensetzung. Heimische und Zugereiste bilden eine Einheit.“ Der Bürgermeister zählte auch einige der neueren Angebote auf wie den Winterspielplatz, der von etwa 80 Kindern besucht wird, oder das Hoffest.

Trotz der Unterschiede ein Glauben

Alexander Zeeb nahm diverse Grußworte entgegen. Vom NRW-Landesverband der Baptisten durch Dieter Orzessek zum Beispiel. Orzessek war bewegt, weil er in Herne aktiv war. Er wünschte der Gemeinde die Erfüllung der vier B’s: beten, bestärken, begeistern und befähigen. Pfarrer Georg Birwer von der neugegründeten katholischen Pfarrei St. Dionysius appellierte „trotz der Unterschiede an den gemeinsamen Glauben“ und kündigte für die Zukunft eine Zusammenarbeit mit den Baptisten an, was eine erstaunliche Entwicklung wäre.

  • Gemeinsames Gebet der Pastoren. ©Horst Martens
Mut zur Zukunft

Die zentrale Predigt hielt Gerhard Ullner aus Herten, Pastor im Ruhestand, ein guter Bekannter, der mehrmals in problematischeren Momenten ausgeholfen hatte. Sein Thema: „Mut zur Zukunft: die Herren der Welt gehen, der Herr bleibt“. Zuvor hatten Andreas Schwalm und Sabine Eckhardt aus ihrer sicht die Fusion beschrieben.

Unterstützung

Musikalische Unterstützung kam von dem Duo Frauke (Gesang) und Rainer (Klavier) Seyda sowie vom Trio Jörg Littek (Klavier), Ilka und Alexander Raich (Gitarre und Gesang). Mit Abendmahl, Gesang und Gebet schloss der Gottesdienst noch nicht ganz ab – danach folgte ein köstliches Mittagessen, bei dem sich die Frauen und Männer, Mädchen und Jungen aus Wanne-Eickel und Herne näher kennen lernen konnten.

Horst Martens

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.